Neue Verpackung – Mehr Radikalität, bitte! Das neue Verpackungsgesetz

Seit Januar gilt das neue Verpackungsgesetz. Ein richtiger Schritt, um zum Einsatz umweltschonender Verpackungen zu motivieren, findet Katrin Niesen. Wo sie sich von der Politik mehr erhofft hätte, warum Verpackungshersteller umdenken müssen, wann Marketingverantwortliche mutiger sein sollten und welche Auswirkungen das Gesetz auf Designer besitzt? Die Antworten lesen Sie in Katrin Niesens Gastbeitrag für die Neue Verpackung.

"Einerseits werden in den kommenden Jahren die Quoten der Verpackungen, die der Wiederverwertung zugeführt werden müssen, schrittweise erhöht – für Glas beispielsweise von 75 auf 90 Prozent im Jahr 2022. Andererseits wird nun nicht mehr nur die Entsorgung gemanagt, sondern bereits die Menge der in Umlauf gebrachten Verpackungen erfasst: Hersteller und Inverkehrbringer müssen sie der neu geschaffenen „Zentralen Stelle Verpackungsregister“ melden. Diese dokumentiert die Registrierungen, veröffentlicht sie und berechnet je nach Menge und Verpackungsart unterschiedliche Gebühren.

Auf den ersten Blick klingt dies vielleicht nach Bürokratie, aber meiner Einschätzung nach wird sich der Mehraufwand in Grenzen halten. Vielmehr sehe ich die positiven Auswirkungen des Gesetzes: Ich bin mir ziemlich sicher, dass bei jedem Unternehmen der Registrierungsprozess auch ein Nachdenken über Verpackungsmengen, die damit einhergehenden Kosten und mögliche Alternativen mit sich bringt. Denn der Blick auf die Gewinnmarge ist und bleibt in der Wirtschaft der effektivste Motivator. Wenn also konventionelle, ökologisch nachteilige Verpackungen gegenüber cleveren, umweltschonenden Lösungen keinen Preisvorteil mehr besitzen, hat das Gesetz viel bewirkt."

Der Artikel ist in Ausgabe 06/2019 der "neue verpackung" erschienen. Sie können ihn in vollständiger Länge hier lesen.