Peter Schmidt Group entwickelt neue Designsystematik für KOSMOS Verlag

Das Bestimmungsbuch „Was blüht denn da?“ ist einer der großen Klassiker für Natur- und Pflanzenfreunde: Seit achtzig Jahren besitzt es einen Stammplatz im deutschen Buchhandel und ermöglicht dank des bewährten KOSMOS Farbschlüssels die zweifelsfreie Identifizierung von Pflanzen. Seine aktuelle Jubiläumsausgabe basiert auf einer charakterstarken Designsystematik, die die Peter Schmidt Group für sämtliche Ratgeber und Sachbücher des KOSMOS Verlags entwickelt hat – und die aktuelle Entwicklungen der Buchkultur aufgreift.

In Deutschland gilt der KOSMOS Verlag als Begründer des Segments der Naturführer – eine Stellung, die sich aus der Entstehungsgeschichte des Verlags ableitet: Dessen Ursprünge liegen in der 1822 in Stuttgart gegründeten Franckh’schen Verlagshandlung und der 1904 initiierten „Kosmos-Gesellschaft der Naturfreunde“. Das gedruckte Buch und Begeisterung für die Natur bilden somit die DNA des Unternehmens. Der KOSMOS Verlag hat immer wieder Maßstäbe gesetzt. Angefangen vor über hundert Jahren mit der Erfindung der Bauchbinde oder vor über achtzig Jahren mit dem KOSMOS Farbschlüssel zur vereinfachten Pflanzenbestimmung und einer klaren Gestaltungssystematik bei „Was blüht denn da?“. Eine Tradition, die künftig  wieder stärker in den Vordergrund rücken soll: Die einzelnen Titel wirken aktuell sehr unterschiedlich, da unterschiedliche Bildsprachen und Typografien verwendet werden. Im Regal finden sie optisch daher nur schwer zusammen. Gemeinsam mit der Marken- und Designagentur Peter Schmidt Group entwickelte der Verlag daher ein neues Designkonzept für seine Ratgeber und Sachbücher, das die Präsenz des Gesamtsortiments im Buchhandel stärkt.

Ein achtzig Jahre alter Klassiker erstrahlt in neuem Selbstbewusstsein.

Den Auftakt in der Umsetzung bildet das Standardwerk „Was blüht denn da?“, das seit über achtzig Jahren Naturfreunde begeistert und kürzlich in seiner neuesten Auflage erschienen ist. Schon auf den ersten Blick erscheint das Buch hochwertig, mit liebevoll gesetzter Schrift und einer authentischen Bildwelt. Das Verlagslogo rückt aus der Griffecke wieder in die Höhe des Titels und auch die Bauchbinde kehrt als identitätsstiftendes Merkmal des Verlags in die Buchgestaltung zurück: Ursprünglich war diese tatsächlich eine Erfindung der beiden Verlagsgründer Euchar Nehmann und Hofrat Walther Keller und ist heute aus der Welt der Bücher nicht mehr wegzudenken „Was blüht denn da?“ besinnt sich dieser frühen Innovation, rückt die Qualität der Inhalte, für die KOSMOS seit fast zweihundert Jahren bürgt, in den Vordergrund und präsentiert sich als kleines Kunstwerk der Illustratorin Marianne Golte-Bechtle.

Die Zukunft der Buchkultur: Der „Liebhaberfaktor“ wird immer wichtiger.

Die hochwertige Positionierung der Ratgeber und Sachbücher folgt jedoch nicht einer gestalterischen Laune, sondern einer fundierten Strategie: Der Verlag setzt damit auf eine starke und selbstbewusste Wissenskultur, achtet dabei aber gleichsam darauf, weiterhin nahbar zu bleiben und ein breites Publikum zu erreichen. „Es geht um den Führungsanspruch. Um echte Kompetenz und nicht um Statusdenken“, stellt Heidrun Angerer klar, die als Executive Creative Director bei der Peter Schmidt Group für das Projekt verantwortlich zeichnet.

Für die Markenexperten der Hamburger Designagentur, die die neue Designsystematik entwickelte und den Verlag bei der gestalterischen Umsetzung des Frühjahrsprogramm 2016 unterstützt, ist die Neugestaltung das Abbild eines gesellschaftlichen Trends: Ratgeber und Sachbücher konkurrieren heute nicht nur mit den Titeln anderer Verlage, sondern auch mit digitalen Plattformen und Apps. Bücher werden immer stärker zu Liebhaberstücken, bei denen neben dem Inhalt auch die Form entscheidend ist: „Ein Buch ist zunehmend der Gegenentwurf zur digitalen Schnelllebigkeit und steht für eine bewusste Verlangsamung des Lebens“, erläutert Angerer. Sinnliche Komponenten würden daher immer wichtiger: „Ein Buch riecht nach Papier. Es fasst sich toll an, wenn bewusst in die Veredlung investiert wird. Vielleicht hat es sogar eine besondere Typografie, die nach Satzkunst aussieht.“ Auch ein Spiel mit der Vergangenheit ist dabei erlaubt: Einfache, bewusst naturkundliche und historisierende Ästhetiken hat Angerer als Trends identifiziert, auch besondere Verarbeitungstechniken würden oftmals von Verlagen eingesetzt, um Assoziationen zur Buchbindekunst zu wecken.